Altstadtverein St. Michael Fürth

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Ausgabe 38


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Die Galerie

In der Freibank Galerie legten wir 2003 eine mehrmonatige Zwangspause ein, da einiges renoviert und die Technik verbessert werden mußte. Dennoch konnten einige Vernanstaltungen durchgefährt werden, drei davon stellen wir im folgenden vor.

Farbenfrohes Spiel mit Akkordeon und Klarinette

Fünf Sinne hat der Mensch. Immerhin drei aus diesem „Angebot“ wurden beim Schülerjahresabschlussspiel der Fürther Musikpädagogin Dagmar Raum am 25. Juli 2003 in der Galerie am Waagplatz vergnüglich aktiviert: Hören, sehen und schmecken konnten die Zuschauer bei dieser Auftaktveranstaltung.

In diesem Jahr hatte etwas ganz Neues in unserer Galerie am Waagplatz Premiere: eine Schülerdarbietung in Form eines ausgereiften Vorspiels mit Konzertcharakter. Mit Stücken von Giora Feidman, Joh. Seb. Die Galerie Bach und des schwedischen Zeitgenossen T. Lundquist bis hin zu lateinamerikanischer Folklore war musikalisch für jeden Zuhörer etwas dabei.

Umrahmt von den farbenfrohen Aquarellen des Künstlers Karl Striebel aus Münsingen in der Schwäbischen Alb musizierten Solisten, Duos und Trios. Von der zehnjährigen Theresa Schühlein, die Gast aus Schlüsselfeld war und Jugend musiziert Preisträgerin ist, über angehende Abiturientinnen und ehemalige Preisträgerinnen, wie Sabine Meyer, Christoph Ulrich und Katrin Hofmann, bis hin zu erwachsenen Schülern jeden Alters, bewiesen alle ausgereifte musikalische Vielfältigkeit und Temposicherheit. Die Akustik in der Galerie erwies sich als hervorragend für die Instrumente.

 

Dagmar Raum mit zwei Schülern beim Vorspielen in der Freibank Galerie.

Eigentlich war das Konzertvorspiel zunächst nur für einen kleineren intimen Zuhörerkreis vorgesehen. Durch einen Veranstaltungshinweis wurden dann aber, außer Eltern und Freunden der Musiker, weitere Zuschauer angelockt, so dass wir auch froh waren, dass doch jeder Spieler etwas zum Büfett beigetragen hatte, das im Anschluss eröffnet wurde und zu weiterem Verweilen an diesem heißen Sommerabend verführte. Der gelungene Abend wurde so zum Ausklang auch noch sehr geschmackvoll abgerundet.

Mit dieser Veranstaltung möchte Dagmar Raum ihren fortgeschrittenen Schülerinnen die Möglichkeit geben, den sicheren musikalischen Vortrag vor fremdem Publikum zu üben und zu lernen. Die Schüler sollen später schließlich einmal souverän mit dem so genannten „Kribbeln im Bauch“ umgehen können – an diesem Abend freilich war das ein Gefühl, das wohl schon allein wegen der Hitze jeden, auch die Zuhörer, etwas plagte.

Wir bieten aufgrund des großen Erfolgs dieser Veranstaltung unseren Galeristen zukünftig an, ihre Künstler auf die jungen spielfreudigen Instrumentalisten hinzuweisen, die gerne musikalische Farbtupfer – beispielsweise bei einer Vernissage – setzen unter dem Motto: Raum für die Sinne mit Kunst und Musik.

 

Kontakt:


Dagmar Raum
Wilhelmshavener Str. 42
90766 Fürth
Tel. 0911 719249
www.akkordeon-klarinette.de

Sieglinde Richter

 

Figuration und Abstrakton – Malerei und Zeichnung von Karl Striebel

Im Sommer 2003 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten im Erdgeschoss der Freibank- Galerie durchgeführt. Neben der Verblendung des Küchenfensters und einiger Versorgungsleitungen wurde ein nagelneues Aufhängesystem montiert. Von nun an können sämtliche Wände von Nägeln verschont bleiben. Im Erdgeschoss konnte zudem die Hängefläche vergrößert werden. Durch die zeitlichen Einschränkungen, die die Renovierungsarbeiten mit sich brachten, konnte 2003 nur eine Ausstellung in der Sommer Galerie präsentiert werden. Umso erfreulicher war es einen auswärtigen Künstler für eine Ausstellung in unserer Galerie in der Freibank zu gewinnen. Unter dem Titel Figuration und Abstraktion präsentierte Karl Striebel aus Münsingen, Malerei und Zeichnung. Die Ausstellung dauerte vom 19. Juli bis 2. August 2003.

Karl Striebel wurde 1954 in Münsingen (Schwäbische Alb) geboren. Seine künstlerische Ausbildung erfolgte bei verschiedenen Dozenten im In- und Ausland. Als Beispiel ist die Europäische Kunstakademie in Trier (Rolf Viva, Wolfgang Rüppel, Klaus Hoefs) und Pro Arte in Italien (Colin Adley und Franziskus Wendels) zu nennen, an deren Studiengängen der Künstler seit 1995 regelmäßig teilnahm. Mehrere Studienaufenthalte bei Sommerakademien in Frankreich und Italien schlossen sich an. Der Künstler lebt und arbeitet in seiner Geburtsstadt Münsingen.

Karl Striebel stellte im Sommer 2003 aus.

Schwerpunkte seiner künstlerischen Tätigkeit stellt die freie Malerei im abstrakten und figurativen Bereich dar. Die präsentierten Bilder fertigte der Künstler in Acryl, Öl oder in Tusche. Außerdem gilt seine Beschäftigung dem Holzschnitt sowie der Steinbildhauerei. Die Werkschau in der Galerie in der Freibank glänzte mit farbenprächtigen und ausdruckstarken Bildern, die sich mit dem Hauptthema Mensch befassten.

Seine erfolgreiche Ausstellungstätigkeit, die bisher überwiegend im süddeutschen Raum stattfand, begann im Jahre 1991. Im fränkischen Raum bildete diese Ausstellung in Fürth die Premiere. Der vielseitige Künstler ist Mitglied bei der Kunstgruppe IRIS in Ehingen/ Donau, Artist und der internationalen Künstlergruppe Allegra.

Seine Werke befinden sich im privaten und öffentlichen Besitz. Einige seiner Arbeiten wurden beispielsweise angekauft von: Regierungspräsidium Tübingen, staatliches Vermögens- und Hochbauamt Stuttgart, Oberfinanzdirektion Stuttgart und Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit.

 

Alfred Eckert

Sommer Galerie-Telefon:
Telefon: (0911) 74 354 06

Nicole Lämmermann

Im Oktober erlebten die Besucher der Freibank eine ungewöhnliche Buchpräsentation: Nicole Lämmermann mit „Meine Engel. Fürther Engelsstatuen“. Die 26jährige Psychologin holte sich ihre Engel ausnahmslos vom Fürther Friedhof, der eine Schatzkammer besonderer Art darstellt. Klar, daß sich hier keine fröhlichen, sondern nachdenkliche und melancholische Engel finden. Diesen Trostspendern stellt Nicole Lämmermann Gedichte zur Seite:

Aufgelöst ins Nichts
Wie nie da gewesen
Ist jeder Schmerz
Licht vertreibt die Nacht
Ich sehe Dich strahlen
Die Helligkeit reflektiert sich
Auf mein Gesicht
Wir lachen wie Kinder
Vergessen die Angst

Oder, weniger tröstlich, eher beunruhigend:

am ende

was, wenn am ende
der durst noch brennt,
die angst noch quält
der stich noch schmerzt?

was, wenn am ende
der tod nur
der tod des lebens ist?

Aber vielleicht schwingt da ein bisschen Psychotherapie mit, denn die Konsequenz kann ja nur lauten: Lieber dableiben, abwarten und Tee trinken, es könnte immer noch schlimmer kommen. Nein, keine Angst, so simpel ist das alles nicht gedacht. Mitdenken und mitfühlen lohnt sich.

Statue auf dem Fürther Friedhof. Foto aus: Nicole Lämmermann, Meinen Engel.

Engel helfen nicht nur bei der Trauer, auch die ohne Flügel!

Nicole Lämmermann mit einem ihrer Engel. Foto: A. Mayer

 

Alexander Mayer

Im Buchhandel: Nicole Lämmermann: Meine Engel. Fürther Engelsstatuen. Städtebilder- Verlag, Fürth.

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