Altstadtverein St. Michael Fürth

Altstadtbläddla

 

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Ausgabe 38


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Exlibris

 Im letzten Altstadtbläddla ging es in zwei Artikeln um Exlibris und zum wiederholten Male um den Strochenschlot in der Gustavstraße. Manfred Baumüller hat mir daraufhin ein Exlibris in Form einer Orginalradierung zugeschickt, das Storch und Storchenschlot zum Thema hat, zudem einen Artikel, in dem er das Exlibris als solches erklärt.

 Was ist ein Exlibris?

Kurz gesagt: ein Bucheignerzeichen, das in Schrift und Bild den Buchbesitzer anzeigt und im Allgemeinen im vorderen Innendeckel des Bucheinband des Buches eingeklebt wird. Exlibris, lateinisch „ex libris“, bedeutet soviel wie „aus den Büchern des...“ worauf dann der betreffende Namen folgt. Varianten davon sind „exbibliotheca“ oder „mein Buch“, „dieses Buch gehört“, „aus der Bücherei“ und andere Formen.

Die Entstehung des Exlibris fällt mit der des Buches in seiner heutigen Form zusammen, stammt also aus einer Zeit, als Bücher noch kostbar und selten waren und neben dem Besitzerstolz auch das Eigentum dokumentiert werden sollte. Mit der Erfindung des Buchdruckes begann gleichfalls der Aufstieg des Exlibris, welches von Künstlerhand gestaltet wurde und eine Art individuelle Visitenkarte darstellte. Die früheren Exlibris aus der Zeit von Albrecht Dürer und Hans Holbein waren meist heraldisch und zeigten die Wappen der Bucheigner in kunstvollen Ausführungen. Später erweiterten sich die Bildmotive und es entstand die enorme Vielfalt des Exlibris- Schaffens, die dieses Gebiet der Kleingrafik heute so interessant und faszinierend macht. Viele bedeutende Künstler in Vergangenheit und Gegenwart sind im Exlibris präsent und haben über das Gebrauchsexlibris hinaus das reine Sammlerexlibris hervorgebracht. Bedeutende Exlibris-Künstler in Franken waren u. a. Rudolf Schiestl, Richard Rother, Hans Schaefer, Karl Bedal und Herbert Ott. In Nürnberg leben und arbeiten zwei Exlibris-Künstler, Rudolf Rieß und Eugen Strobel-Matza.

Eine Originalradierung der niederländischen Künstlerin Elly de Koster als Exlibris. Thema ist der Storchenschlot in derGustavstraße.

Alle grafischen Techniken sind vertreten, vom Holzschnitt, Kupfer- und Stahlstich, Lithographie und Klischeedruck bis zur Serigraphie und neuerdings dem Computer. Im Exlibris spiegeln sich, als Zeitdokument, die Kunstrichtungen vom Barock bis zum Jugendstil und zur abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Eine Fülle von speziellen Arten, je nach Geschmack der Eigner und Gestalter, entstand und dies wiederum förderte die Sammelleidenschaft. Damit kamen auch Exlibris-Vereine zustande, in welchen sich Gestalter und Sammler zusammenfanden, in allen europäischen Ländern und in Übersee. 1891 wurde der „Deutsche Exlibris-Verein“ gegründet, der mit der Erforschung und durch Publikationen das Exlibrisschaffen kommentierte und mit den ausländischen Vereinigungen Kontakte pflegte. Daraus ging die heutige „Deutsche Exlibris- Gesellschaft“ hervor, die 1949 erneut gegründet die Tradition fortsetzt.

 

Manfred Baumüller

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