Altstadtverein St. Michael Fürth

Altstadtbläddla

 

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Ausgabe 36


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Die Sommer Galerie

"Suiseki"- Ein Teil der Wunder dieser Welt

Zum ersten Mal fand in Fürth zwischen dem 28. April und dem 13. Mai 2001 eine Suiseki-Ausstellung und der Deutschland-Kongreß in unserer Galerie in der Freibank statt. Die Organisation und kompetente Betreuung der überaus gut besuchten Ausstellung in der SommerGalerie hatte unser 2. Vorsitzender, Dr. Herbert Winter, inne.

Um über "Suiseki", ein bißchen mehr zu erfahren, hier ein kurzer Auszug des Vorsitzenden der Deutschen Suiseki-Gesellschaft e.V, Willi Benz. Den vollständigen Text können Sie im Internet unter: www.altstadtverein-fuerth.de/archiv.htm, nachlesen.

"Unsere natürliche Umwelt brachte über Tausende von Jahren viele Wunder hervor, die der dafür aufgeschlossene Mensch entdecken kann. Durch die verschiedensten Verwitterungseinflüsse an Gesteinen bedingt, entstanden und entstehen noch heute schön geformte Steine für Suiseki.

Suiseki sind nur durch die Natur geformte Steine, die durch ihre originäre Schönheit und ihr Vermögen, eine Naturszene, wie z. B. ein Minigebirge oder ein eng mit der Natur verbundenes Objekt zu suggerieren, gesammelt und bewundert werden. Vor rund 2000 Jahren wurden schon solche Steine bei der hohen Beamtenschaft und in Künstlerzirkeln im alten China zusammen mit Kalligraphien und Bildern ausgestellt. Seit dem 6. Jahrhundert wurde die Suisekikunst von den Japanern und Koreanern übernommen und weitergepflegt. In vielen Ländern des ostasiatischen Raumes erfreut sich diese Kunstform unter verschiedener Namensgebung großer Beliebtheit.

Suiseki ist eine japanische Bezeichnung und bedeutet: Sui = Wasser, seki = Stein. Diese vereinfachte Übersetzung gibt jedoch keine Antwort auf den philosophischen und ästhetischen Hintergrund. Hierzu müßte man weit in die fernöstliche Philosophie und Mythologie eindringen, um die richtige Antwort zu finden. Und selbst dann ist es nicht gerade einfach, das Empfinden eines Asiaten beim Anblick solcher Steine zu beschreiben.

Worin liegt nun die Suisekikunst begründet? Die Schönheit eines außergewöhnlichen Suiseki liegt häufig bescheiden unter der Oberfläche und muß erst durch ein kritisches Auge freigelegt werden. Ein kunstvoller Naturvorgang, der Tausende oder gar Millionen von Jahren benötigt hat, um auf geheimnisvolle Weise einen schönen Stein zu formen, kann in wenigen Augenblicken nicht erfaßt werden. Vielmehr muß der Mensch bereit sein, dem Stein seine verborgenen "Schönheiten" in einem fast meditativen Betrachtungsvorgang abzuringen. Bei diesem Prozeß erkennt man die durch Erosion in die Gesteinsoberfläche eingegrabenen Linien- und Flächenmuster, die das Alter des Steins unterstreichen und dem Betrachter die äußere kunstvolle Gestalt und die dem Stein innewohnende geistige Schönheit mitteilen. [...]"

Suiseki – durch die Natur geformte Steine. Foto: H. Winter.

"Lebensbäume" von Kerstin Kassel und Cornelia Sayle

Nach der Suiseki-Ausstellung folgte am 17. Mai 2001 die Gemeinschaftsausstellung von Kerstin Kassel mit Malerei und Zeichnung und Cornelia Sayle, die ihre neuesten Objekte und Skulpturen präsentierte.

Die 1973 in Nürnberg geborene und in Oberrüsselbach in der Fränkischen Schweiz lebende und arbeitende Kerstin Kassel studierte an der Accademia di Belle Arti in Florenz in der Fachrichtung Malerei. Seit 01. November 1999 ist sie freischaffende Künstlerin.

Cornelia Sayle, geboren 1967 in Memmingen präsentierte Objekte aus Gips und Skulpturen aus Marmor. Sie studierte an der Accademia di Belle Arti in Florenz bei Prof. Bianchi und Prof. Di Tommaso. Seit März 2000 ist Cornelia Sayle freischaffende Künstlerin mit Atelier in Unterthingau im Allgäu.

"Lebensbäume", so hieß der Titel der Ausstellung. Viel zu wenig Beachtung schenken wir dem "Baum" in unserer schnellebigen Gesellschaft. In dieser Gemeinschaftsausstellung stellten die beiden jungen Künstlerinnen das Thema Baum und Natur in den Vordergrund.

Als kleines Geschenk bekam jeder Besucher ein kleines Eichenbäumchen auf den Weg mit nach Hause.

Marmorskulptur von Cornelia Sayle in der Freibank-Galerie. Foto: A. Mayer

David Krugman - "Meine Augen tanzen und singen"

Im Mai 2001 stellte der jüdische Maler David Krugman seine farbenfrohen und heiteren Gemälde in der Galerie in der Freibank aus. Vergleichen Sie, liebe Leser, hierzu den gesonderten Artikel über David Krugman im vorliegenden Altstadtbläddla.

Walter Ibscher - "Wind unter den Flügeln" –– Retrospektive zum 75. Geburtstag des großen Nürnberger Bildhauers und Grafikers

Am 13. Juli 2001 konnte der Nürnberger Bildhauer und Grafiker, Walter Ibscher, seinen 75. Geburtstag feiern. Hierfür gratulieren wir ihm sehr herzlich. Ganz besonders freut es uns, dass der Jubilar unsere "Galerie in der Freibank" für seine Jubiläumsausstellung – übrigens die einzige Ausstellung in seinem Jubiläumsjahr - ausgewählt hat.

Walter Ibscher, der zu den bedeutendsten und vielfältigsten Bildhauern unserer Zeit zählt, stellte in der Galerie in der Freibank seine Jubiläumsausstellung vor. Er präsentierte in seiner Ausstellung "Wind unter den Flügeln" eine sehr interessante und umfassende Retrospektive von Skulpturen aus Bronze und Holz, Medaillen und Holzschnitten, sowie Kaltnadelradierungen aus seinem über 60-jährigen Kunstschaffen.

Der sympathische und immer freundliche Walter Ibscher ließ es sich nicht nehmen, an allen Öffnungstagen seiner Ausstellung in der Freibank persönlich anwesend zu sein. Ihm ist der persönliche Kontakt zu dem Betrachter seiner Werke sehr wichtig. Und da sich hinter jedem seiner Werke eine kleine Geschichte verbirgt, war der Künstler – Walter Ibscher ist nicht nur Bildhauer, Designer und Grafiker, sondern ein hervorragender Rhetoriker - nie müde, seine interessanten Geschichten über seine Werke aus über 60 Jahren zu erzählen. Die zahlreichen Besucher dankten es mit ein paar netten Worten im Gästebuch.

Der international anerkannte Künstler, Walter Ibscher, hat sich in den vergangenen über sechs Jahrzehnten nicht nur in der Bildhauerei ein hohes Ansehen mit internationalem Ruf geschaffen, sondern sich auch als Grafiker und Designer einen herausragenden Namen machen können, was internationale Ausstellungen wie z.B. in New York oder Paris beweisen.

Seine Skulpturen zeugen an vielen öffentlichen Plätzen in Nürnberg und Umgebung von der unerschöpflichen Schaffenskraft des Jubilars.

Walter Ibscher wurde 1926 in Laubusch in Schlesien geboren. Bereits im Alter von 10 Jahren fertigte er vier lebensgroße Köpfe in Gelbsandstein an. Es folgten 1941 – 1944 die Meisterschule für Holzbildhauer in Bad Warmbrunn. 1944 Einzug zum Wehrdienst und Einsatz in Südfrankreich. 1944 – 1948 Gefangenschaft und Straflager. 1951 – 1957 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Hans Wimmer. 1965 – 1970 Gesangstudium und Phonetik. Von 1973 bis 2000 war er als Fachlehrer für plastisches Gestalten an der Staatlichen Fachoberschule in Nürnberg tätig. Außerdem lehrt er seit 1988 als Dozent an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule in Nürnberg im Fachbereich Architektur, Plastische Kunstgeschichte, Aktstudium und Anatomie.

Als einer der größten Nürnberger Bildhauer präsentierte Walter Ibscher seine Werke einem internationalen Publikum. In Einzelausstellungen stellte er seine Plastiken und Grafiken u.a. in New York (1970, Galerie Internationale Madison Avenue und 1971, Goethe House), Paris, Biarritz, Graz (1972) aus und er war erfolgreich bei Gemeinschaftsausstellungen in München (1961 –1964), Ancona/Italien (1969), Monte Carlo/Monaco (1969), Zürich (1972), London (1975), Rom (1976) sowie Kopenhagen und Brüssel.

Walter Ibscher kann auf zahlreiche wichtige internationale Ehrungen und Preise wie z.B. in Ancona/Italien (1969), Monte Carlo (1970), Paris (1972), Rom (1972 und 1976) verweisen.

Bisher erschienen drei Bücher über sein umfangreiches künstlerisches Lebenswerk. Ein viertes Buch, eine Biographie, ist zur Zeit im Entstehen. Die Werke von Walter Ibscher befinden sich in allen fünf Erdteilen u.a. in Deutschland, Griechenland, Algerien, Venezuela, Dänemark, Australien, in den U.S.A., Frankreich, Japan, Niederlande, Österreich, Kanada, Schweiz, Polen, Südafrika, Italien, Schweden und Spanien.

Walter Ibscher lebt und arbeitet in Nürnberg.

Der Jubilar Walter Ibscher. Im Hintergrund sein Holzschnitt "Adam und Eva". Foto: Alfred Eckert.

"feineBILDER" von Ilse Feiner

Vom 26. Juni bis zum 22. Juli 2001 präsentierte die Roßtaler Künstlerin Ilse Feiner ihre neuesten modernen Malereien mit einigen Skulpturen von Walter Ibscher in der Galerie in der Freibank. Zugleich konnte sie das 20-jährige Künstlerjubiläum feiern. Diese Ausstellung war mit 780 Besuchern die bestbesuchte Ausstellung der SommerGalerie 2001.

Die 1947 in Roding/Oberpfalz geborene und seit 1967 in Franken lebende Künstlerin begann 1981 mit autodidaktischem Studium der Malerei und gleichzeitiger Ausbildung in der Aquarellmalerei bei dem Nürnberger Kunstmaler und Kirchenrestaurator Konrad Ehmann. Ab 1991 bis 1998 folgte ein Privatstudium bei Waltraud Beck, Ansbach.

Ihre Gemälde bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Realismus und Abstraktion. Ilse Feiner wünscht sich, daß die Menschen, die ihre Werke betrachten, auch gewillt sind, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und mit ihnen kommunizieren. Denn oftmals stellt man erst nach längerem Betrachen einen Bezug zu einem Kunstwerk her. Ein Bild ist für Ilse Feiner kein lebloses Werk, nein, es wird für sie erst durch den Betrachter und dessen Sichtweise lebendig.

Ilse Feiner lebt und arbeitet in Roßtal.

Zwei Vernissage-Besucher in der Freibank-Galerie, beobachtet beim Kunstgenuß. Fotos: A. Mayer.

"Beziehungsgeflechte" von Christian Scharvogel und Ingrid Rogalsky

Vom 24. Juli bis 12. August 2001 fand die Gemeinschaftsausstellung "Beziehungsgeflechte" von Christian Scharvogel und Ingrid Rogalsky statt. Christian Scharvogel präsentierte Grafiken, die eine harmonische Ergänzung zu den ausgestellten Keramikobjekten von Ingrid Rogalsky bildeten.

Ingrid Rogalsky, die 1942 im Sudetenland geboren wurde, begann ihr Interesse mit Keramik im Jahre 1975. Ab 1981 ist sie als Dozentin an der VHS in Forchheim und ab 1987 Dozentin an der VHS in Erlangen tätig.

Christian Scharvogel wurde 1974 in Nürnberg geboren. Seit Herbst 1996 studiert er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Prof. Günter Jacki im Studiengang Kommunikationsdesign.

Christian Scharvogel ist "beeindruckt von der Art der Reduktion und dem scheinbar schwerelosen, legeren Auftrag der Farben. In seinen Bildern beschäftigt er sich noch intensiver mit dem Aquarellmalen, besonders mit dem Abstrahieren von Gesehenem in Farbflächen, der Kompositionsstruktur und der Wechselbeziehung zwischen Farb- und Weißanteilen eines Bildes."

Alfred Eckert
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