Altstadtverein St. Michael Fürth
Altstadtbläddla
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Ausgabe 36 |
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Im Angesicht des Todes oder entkommen -
Im Oktober 2001 erschienen meinen beiden Bildbände "Fürth – wie es früher war" und "Fürth. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre". Ich erhielt von Lesern einige wertvolle Hinweise zu den Abbildungen, vor allem von Frieder Schildknecht, der in der Königstraße 17 die letzte eigenständige Drogerie in der Altstadt betrieb. Einer seiner Hinweise bezog sich auf das nebenstehende Bild von Ferdinand Vitzethum. Ich schrieb in meinem Buch: "Fürth – wie es früher war" hierzu: "Ab 1. September 1941 mußten alle Juden über sechs Jahre einen Judenstern tragen, auf dem Bild ein jüdischer Vater mit seinem Sohn – beide mit Judenstern - in der Schwabacher Straße. Wenn ihnen SA-Männer entgegenkamen, gingen sie auf die andere Straßenseite. Die SA-Männer setzten ihnen in der Regel nach, stießen sie zu Boden und traten sie mit Stiefeln (nach einem Augenzeugenbericht). Etwa 600 Fürther jüdischer Herkunft wurden deportiert." Hierzu bekam ich von Frieder Schildknecht den Hinweis, daß aufgrund der Kniestrümpfe beide Personen keine Erwachsenen gewesen seien. Er wisse aus einem – allerdings dreißig Jahre zurückliegendem – Gespräch mit seinem Vater, daß es sich um die Brüder Rosenbaum handeln könne, eventuell auch Rosenfeld(er) oder Rosenberg. Die Eltern hätten Vergrößerungsgläser und einfache Schutzbrillen von der Fa. Schlöger bezogen, wohl zum Weiterverkauf. Die Fa. Schlöger bezog wiederum Lösungsmittel von der Drogerie, wodurch die Information überliefert wurde. Nachforschungen des Jüdischen Museums ergaben zwar, daß es ein Geschwisterpaar Franz und Werner Rosenbaum gab, aber beide sind laut "Judenkartei" 1938 nach England ausgewandert, vermutlich mit einem Kindertransport. Ähnliches gilt wohl für Peter und Hans Hermann Rosenfelder, die vom Alter ebenfalls in Frage kommen würden. Im Gedenkbuch der Fürther Shoah-Opfer und in den Deportationslisten fanden wir bisher auch nichts passendes. Da das Bild 1941 oder später aufgenommen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, daß die beiden dem Morden entkommen sind. Aber die Hoffnung bleibt. Wer kann Hinweise zur Identität der Abgebildeten geben? Hinweise bitte an den Altstadtverein oder an das Jüdische Museum. Dr. Alexander Mayer
![]() Hier steht das Foto auch in höherer Auflösung zur Verfügung (450 KB). |