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Ausgabe 35


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Zwei Falken und ein Otter an der Gustavstraße

Ein Kreuzpunkt der Kulturen will "Two Hawks" in seinem Laden "Paa-Tsokoh" sein, wobei "Laden" schon stark untertrieben ist. Vielleicht eher eine Mischung von Galerie und Lifestyle findet der Besucher in der Gustavstraße 56. Der Kern des ganzen ist auch tatsächlich Styling, aber Hairstyling. Zwei alteingesessene Friseurinnen verbergen sich hinter dem Zwei Falken ("Two hawks"), die Geschäftsinhaberin und frischgebackene Meisterin Claudia Rolle und ihre Mutter Loni Schacher hatten keine Zeit bei meinem Besuch, bieten aber nach Angaben von Zwei Falken hinter dem "Geist von Natur und Mystik" (Ladenschild: "Spirit of nature and mystic") sowohl traditionelle wie auch ausgefallene Schnitte, bei Wunsch auch unter Berücksichtigung der Mondphase. Individuelle Typenberatung werde groß geschrieben.

Two Hawks im Paa-Tsokoh, Gustavstraße 56. Foto: A. Mayer.

Two Hawks - bürgerlicher Name Roberto Heindl - versucht keltische, mittelalterliche und indianische Kulturen unter einen Hut zu bringen. Paa-Tsokoh - in der Komantsche-Sprache "der Otter" - sei für alle drei Kulturen wichtig gewesen, so meint zumindest Two Hawks. Als mittelalterliche Produkte werden Met, Bärenfang und Schaukampfschwerter angeboten. Keltischen Vorbildern entsprächen - immer nach Darstellung von Two Hawks - verschiedene Schilder, Waffen, Informationen über Schamanismus, Räucherwerk sowie CDs mit keltischer Musik.

In bezug auf die indianische Kultur bietet Two Hawks – sein Vater ist Arapaho-Indianer – Workshops zum Bau von Trommeln, Tipi-Zelte, Tipi-Wiegen sowie zur Selbstfindung an. Zudem stellt er Schmuck her, den er auch im Falle des Falles repariert. Two Hawks ist auch in Kindergärten und Schulen aktiv und korrigiert dort in Rahmen von Vorführungen und Veranstaltungen falsche Vorstellungen und Winnetou-Klischees vom Indianerleben.

Paa-Tsokoh im historischen Anwesen Gustavstraße 56 (um 1700, Neu-Renaissance-Ladenfront Ende 19. Jh.) ist in jedem Fall einen Besuch wert.

Alexander Mayer

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