Altstadtverein St. Michael Fürth

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Ausgabe 35


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Galerie II: Staatsminister und Widerstandskämpferin

Am 20. Juli 2000 fand in unserer Galerie ein Kulturempfang mit dem Bayerischen Staatsminister Hans Zehetmaier statt. Eine Monat später eröffnete in denselben Räumen die Ausstellung von Hedwig Regnart-Laufer, die als Kommunistin während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt war. Nichts verdeutlicht mehr, daß unsere Galerie nach (fast) allen Seiten offen ist (womit ich wohlgemerkt nicht sagen will, daß die CSU eine Partei ganz auf der Rechten ist – wenn man die historischen Linien in Deutschland seit 1871 verfolgt, dann ist die CSU meiner Meinung nach eher eine bürgerliche denn eine konservative Partei).

Und einem lockeren Minister stellen wir natürlich gerne unsere Räume zur Verfügung, Minister anderer Parteien sind genauso willkommen. Der Empfang mit Hans Zehetmaier war in jedem Fall eine Bereicherung für das Fürther Kulturleben. Daß dieser Empfang in unserer Galerie stattfand, unterstreicht wieder einmal die Bedeutung unserer Galerie. Sie ist nicht nur die schönste, älteste und bestgelegenste, sondern auch die bestbesuchte Galerie in Fürth.

Staatsminister Hans Zehetmaier in unserer Galerie. Foto: A. Mayer.

Die Bleistift- und Kohlezeichnungen der in Fürth recht bekannten "antifaschistischen" Widerstandskämpferin Hedwig Regnart-Laufer hinterlassen auf jeden Geschichtsinteressierten einen tiefen Eindruck. Die 92jährige "Hed" Regnart hat noch den Ersten Weltkrieg bewußt miterlebt, wurde später von den Nazis in "Schutzhaft" genommen und in ein KZ eingewiesen. Ihre prägenden Erlebnisse belegt sie mit Bildern, die den Betrachter mitnehmen – in beiderlei Wortsinn.

Ende September zeigte dann Isolde Kohler unter dem Leitmotto "Fluss – Fließen - Fluss" ihre Aquarelle. Für eine Debütantin eine reife Leistung. Simone Keller von den Fürther Nachrichten schrieb: "Die Emotionen und die Kreativität einfach fließen zu lassen, selbst hineinzufließen in die Bilder und so Stimmungen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen, darauf kommt es der ... Künstlerin an". Genau so war es. – Abgesehen davon rettete die Künstlerin den Vorsitzenden aus einer äußerst mißlichen Lage: Mein zweijähriger Sohn sperrte mich und meine Tochter in unser fensterloses Büro ein, Frau Kohler hörte mein nicht druckreifes Fluchen und befreite uns aus dem Gefängnis.

Im November zogen dann die Preller-Monster in die Freibank. Kunst und Humor sind nicht unvereinbar, lehrt uns Patrick Preller, der ehemalige Betreiber des Kunstkiosks am Uhrenhäusla in Fürth. Die lockere Art von Patrick Preller hat uns so gefallen, daß wir gleich zwei Preller-Monstergruppen für unsere Galerie orderten.

Hedwig Regnart-Laufer erläutert ihre Bilder. Foto: A. Mayer.

Den mit Abstand größten Publikumsandrang zur Vernissage erlebte jedoch die Ausstellung 5 x Akt. Gemeint waren die Aktzeichnungen einer Gruppe von 5 Malerinnen und Maler, die sich bei Clemens Lang in der Atelierwerkstatt Stadeln zusammengefunden haben. Das Thema "Akt" wurde dabei in einer Vielfalt variiert, die wirklich sehenswert war. Übrigens konnte ich bei der Vernissage feststellen, daß die intensivsten Betrachter der (fast ausschließlich weiblichen) Akte Frauen waren. Der große Publikumsandrang läßt sich also nicht auf voyeuristische Motive zurückführen.

Abschließend noch eine Ausstellung ganz am Anfang des Jahres: Im Januar startete eine Internet –Ausstellung mit unserem Stammgast Arne Stahl, der mit seinen Impressionen aus der Toskana unserer Homepage den besonderen Touch gab. Auf unserer Homepage ist immer eine Auswahl von unseren Künstlern zu sehen: www.altstadtverein-fuerth.de.

Alexander Mayer

 

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